Pläne für Grundstück amWestbahnhof / Platz für Wohnungen, Läden und Lokale

höv. HANAU. Am ehemaligen Gloria-Kino am Hanauer Westbahnhof entsteht ein Neubau mit Platz für ein Ärztezentrum, Büros und Wohnungen. Das unter Denkmalschutz stehende Kino-Gebäude und das Café Schien bleiben dabei erhalten. Der Magistrat hat die Pläne gutgeheißen und beschlossen, einen Bebauungsplan für das 17 Millionen Euro teure Vorhaben privater Geldgeber aufzustellen, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bekanntgab. Das Grundstück, das von der Nussallee und den Straßen Vor dem Kanaltor und Am Steinheimer Tor begrenzt wird, wird derzeit als Parkplatz genutzt. Darauf steht das Gebäude des früheren Gloria-Kinos, ein länglicher Bau, dessen Fassade an den Schmalseiten Halbkreise beschreibt.


Autokino: Noch dient das Grundstück rund um das ehemalige Lichtspielhaus
Gloria und das Café Schien größtenteils als Parkplatz.
Foto: Dieter Rüchel
Simulation Marion Junker-Weis

Das Gloria-Kino war der erste Neubau, der nach dem ZweitenWeltkrieg errichtet wurde, wie der Leiter des Stadtplanungsamts, Hans-Ulrich Weiker, erläuterte. Nach den Vorstellungen der Investoren Stefanie Arnheiter und Johann Georg Wissler soll der Bau schon in diesem Herbst beginnen. Im Herbst oder Winter des nächsten Jahres sollten die ersten Mieter einziehen. Deswegen betreibe die Stadt Planung und Genehmigung in einem beschleunigten Verfahren, sagte Kaminsky. Die Neubebauung des derzeit unansehnlichen Grundstücks in auffälliger Lage sei erwünscht, dafür stelle Hanau „alle Ampeln auf Grün“. Die Neubauten weisen vier Vollgeschosse und ein Penthouse auf, wie die Architektin Marion Junker-Weis berichtete. Sie werden nach den Plänen wie bei einer Blockrandbebauung an den umliegenden Straßen stehen und zwischen sich einen begrünten Innenhof ermöglichen. Am südwestlichen Rand des Bauplatzes sei ein Parkhaus mit 300 Stellplätzen vorgesehen, am nordwestlichen Rand die Gebäude für Arztpraxen, Büros und Wohnungen. In den Erdgeschossen sei Platz für Geschäfte als Ergänzung zu den Arztpraxen, zum
Beispiel für eine Apotheke, ein Sanitätshaus oder einen Hörgeräte-Akustiker.

Nahe dem Gloria-Altbau ist ein weiterer Baukörper geplant, der im rechten Winkel zu dem denkmalgeschützten Bau steht. Dieser ist für die Gastronomie gedacht. Im Gloria-Gebäude selbst ist das Erdgeschoss für eine Videothek vorgesehen, der erste Stock für ein Fitness-Studio. Auch das Café Schien, das in einem Altbau neben dem Gloria-Kino untergebracht sei, solle dort bleiben. Die Neubauten stießen nicht an die alte Bausubstanz, so dass die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude eine Solitärstellung einnähmen, sagte die Architektin.

Nach Angaben der Investoren sollen Mediziner verschiedener Fachrichtungen in das Ärztezentrum einziehen, das das Angebot der Hanauer Krankenhäuser ergänzen werde. Nach Ansicht des Oberbürgermeisters schließt dieses Projekt eine Lücke im Dienstleistungsangebot der Stadt. Möglich geworden sei dieses Vorhaben durch den Stadtumbau, zu dem es gut passe. Der Entwicklungsschub, den Hanau mit der Gestaltung der Innenstadt erfahre, habe den Investoren den Impuls gegeben, eine beträchtliche Summe aufzuwenden. Das Ärztezentrum runde auch die Entwicklung seiner unmittelbaren Umgebung nach dem Bau des Ladenzentrums Post-Carré und der Sanierung des Hochhauses am Kanaltorplatz ab. So werde ein ansprechendes Entree zur Innenstadt am westlichen Rand geschaffen.

Rund um den Neubau soll Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) zufolge die Verkehrsführung geändert werden. So werde eine bessere Anbindung an die Bundesstraße 45 hergestellt. Auf der Straße Vor dem Kanaltor entstehe ein Kreisverkehr, damit die Autos bequem in alle Richtungen abbiegen könnten. Auch Halteplätze für Linienbusse seien vorgesehen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2012, höv, © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv

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