HANAU • Bereits für diesen Herbst ist der Baustart geplant. Und in nur zwölf Monaten Bauzeit soll das 17-Millionen-Euro-Projekt stehen. Es ist ein ehrgeiziger Zeitplan, den sich die Gloria Palais Projektgesellschaft mbH vorgenommen hat. Für den Bau eines Ärzte- und Dienstleistungszentrum mit hochwertigen Wohnungen sowie eines Parkhauses mit 300 Parkplätzen hat der Magistrat gestern den Aufstellungs- und Offenlagebeschluss gefasst. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) nennt das unter dem Namen „Gloria Palais” firmierende Projekt zwischen Westbahnhof und Kanaltorplatz schlicht einen „Knaller”.

Für ihn versprüht das Vorhaben „fast schon großstädtisches Flair”. Kaminsky erwartet von dem Vorhaben nicht nur eine deutliche städtebauliche Aufwertung eines bislang wenig ansehnlichen Grundstücks, sondern auch das Schließen einer Lücke im innerstädtischen Angebot. Denn im „Gloria-Palais” sollen sich nicht nur verschiedene Fachärzte niederlassen, es soll auch ein Dienstleistungszentrum rund um die Themen Gesundheit und Wellness entstehen. So werden im Erdgeschoss Apotheken, ein Sanitätshaus, möglicherweise ein Hörgeräteakustiker und andere Dienstleister einziehen. In den darüberliegenden Geschossen sind Arztpraxen, Büros und möglicherweise Wohnungen geplant. Gekrönt wird der insgesamt viergeschossige Komplex von zehn hochwertigen Penthouse-Wohnungen.

Dabei nimmt die Architektur Anleihen des ehemaligen Gloria-Kinos auf, das 1949 als erster Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg in Hanau entstand und unter Denkmalschutz steht. Die Rundungen dieses ovalen Gebäudes geben gewissermaßen die architektonische Leitlinie für die der neuen Baukörper vor. Baudezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold (FDP) sieht darin eine „überaus gelungene Verbindung von Alt und Neu.” Auch die Denkmalschutzbehörden sowie der Denkmalbeirat der Stadt Hanau äußerten sich entsprechend positiv. Neben dem früheren Gloria-Kino, das im Erdgeschoss wohl weiterhin einen DVD-Verleih und im Obergeschoss voraussichtlich ein Fitness- Center beherbergen wird, bleibt mit dem Café Schien im später angebauten ehemaligen Kinofoyer eine weitere „Institution” erhalten.

Vom Westbahnhof aus gesehen bestimmt die Fassade des Parkhauses, dessen Aus- und Einfahrt über die Straße „Am Steinheimer Tor” erfolgt, die Ansicht. Dem schließen sich die beiden Baukörper für das Ärzte- und Dienstleistungszentrum dem jeweiligen Straßenverlauf folgend an. Mit der Bebauung einher geht die Umgestaltung des Busbereichs und der Verkehrsführung am Kanaltorplatz. Hier ist ein Verkehrskreisel geplant, der künftig Fahrbeziehungen in alle Richtungen ermöglichen soll. Damit wird das „Gloria Palais” auch optimal an Bus und Bahn angebunden sein.

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